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Drei außergewöhnliche Leben – Dr. Johann Kofler, Dr. Alois Troyer und Dr. Mykola Konrad

In jeder Familie verbergen sich Geschichten und Schicksale, aber nur wenige Erinnerungen überdauern. Jeder Mensch kann auf seine Weise bedeutsam sein. Es gibt aber auch Menschen, deren Wirken aus der Masse herausragt. In diesem Zusammenhang werden wir uns mit dem Leben von Dr. Mykola Konrad, Dr. Johann Kofler und Dr. Alois Troyer beschäftigen. Diese drei Personen sind keine direkten Vorfahren. Mit Dr. Johann Kofler verbinden uns aber gemeinsame Vorfahren, Dr. Mykola Konrad und Dr. Troyer sind durch Heirat mit Familienmitgliedern verbunden und somit mit uns verschwägert.

Dr. Johann Kofler: Ein adeliger Ritter vom Petererhof inmitten der Tiroler Freiheitskämpfe

Dr. Johann KOFLER von Felsheim, geb. 1792

Dr. Johann Kofler, 1792 auf dem Petererhof in St. Oswald/Kartitsch geboren, ist eine herausragende Persönlichkeit in unserer Familiengeschichte.  Johanns Vater Anton Kofler heiratete in den Petererhof ein und hatte zwölf Kinder, von denen drei Söhne an verschiedenen Universitäten studierten. Johann besuchte das Gymnasium in Brixen.

Die Zeit, in der Johann aufwuchs, war für Tirol von großer historischer Bedeutung. Unter der Führung von Andreas Hofer leisteten die Tiroler Widerstand gegen die bayerische und französische Besatzung, was 1809 in den Tiroler Freiheitskämpfen gipfelte. Aufgrund seiner Französischkenntnisse diente Kofler den Franzosen während dieser Kriege in Tirol als Dolmetscher.

Johann studierte in Padua und trat später in Innsbruck in den Staatsdienst ein. Er machte eine beeindruckende Karriere und wurde 1852 zum Landesfinanzdirektor in Triest ernannt. Zwei Jahre später, 1854, erhielt er das Ritterkreuz des Kaiser-Leopold-Ordens und wurde im selben Jahr mit dem Prädikat “Felsheim” in den Adelsstand erhoben (Osttiroler Heimatblätter, 1931, Heft 5/6).

Er ist unser Urururgroßonkel.

Dr. Alois Troyer: Aus bescheidenen Verhältnissen zu akademischer Exzellenz

Alois Troyer, geboren am 21. Juni 1836 in St. Christina im Grödnertal, stammte aus einfachen Verhältnissen. Er war der Sohn des Holzschneiders Johann Troyer, der bereits vor 1857 verstorben war. Die Familie Troyer hatte finanzielle Schwierigkeiten und Alois’ älterer Bruder übernahm den verschuldeten Hof, während die anderen vier Geschwister leer ausgingen.

Trotz dieser widrigen Umstände gelang es Alois Troyer, durch Talent, Fleiß und Hingabe seine akademischen Ziele zu verfolgen. Sein Studium wurde durch Stipendien unterstützt, darunter ein “Hallerdamenstiftsstipendium” in Höhe von 52 Gulden und ein “Theresianisches Stipendium” in Höhe von 105 Gulden.

Dr. Troyer zeigte offenbar schon in der Schule außergewöhnliche Leistungen und legte 1857 in Trient die Matura ab. Er studierte an der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck und promovierte dort als erster Österreicher zum Doktor der Rechte “sub auspiciis imperatoris”. Diese seltene und hoch angesehene Auszeichnung, für die er vom Kaiser einen “Brillantring mit dem allerhöchsten Nahmenszug geschmückt” erhielt, bedeutete, dass er alle Prüfungen mit Auszeichnung bestanden hatte und zeugte von seiner akademischen Brillanz. Er war als Rechtsanwalt tätig und lebte und starb in Steyr.

Neben seiner beeindruckenden juristischen Karriere entwickelte Dr. Troyer eine Leidenschaft für die Insektenforschung. Diese Leidenschaft war so groß, dass eine Käferart nach ihm benannt wurde.

Familie Dr. Alois Troyer 1896
Familie Dr. Alois Troyer 1896

Alois Troyer ist ein besonderes Glied in der Familiengeschichte von Wolfgangs Frau Brunhilde. Er ist ihr Urgroßvater mütterlicherseits. Sein Sohn

Oskar Troyer

Brunhildes Großvater, wurde trotz seiner frühen Erblindung ein bekannter Musiker.

Er hatte sogar die Ehre, vor Karl und Zita zu spielen, die trotz ihres Exils noch den Titel Kaiser und Kaiserin trugen, wie diese Urkunde beweist.

Er war der erste Leiter und Lehrer an der neu gegründeten Blindenschule in Innsbruck.

Dr.Mykola Konrad: Ein Seliger der katholischen Kirche

Dr. Mykola Konrad war der Vater von Renates Ehemann. Er war katholischer Priester. Er war verheiratet und hatte Kinder. Das ist in der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche, der größten ostkatholischen Kirche, möglich.

Mykola Konrad wurde am 16. Mai 1876 im Dorf Strusiv im Bezirk Ternopil geboren. Nach dem Theologiestudium in Rom, wo er auch seine Doktorarbeit verteidigte, wurde er 1899 zum Priester geweiht. Sein Engagement für Bildung und Jugend zeigte sich in seiner Lehrtätigkeit an den Gymnasien in Berezhany und Terebovlia sowie später an der Theologischen Akademie in Lemberg.

Neben seinem kirchlichen Wirken zeigte Mykola Konrad auch einen tiefen Sinn für Gemeinschaft und Patriotismus. Im Jahr 1929 gründete er Obnova (Erneuerung), die erste ukrainische Vereinigung katholischer Studenten, und ermutigte seine Studenten, sowohl im Glauben als auch in ihrer Zugehörigkeit zur Ukraine aktiv zu sein.

Sein Leben endete tragisch. Er wurde 1941 auf dem Rückweg von einer kranken Frau, der er die Kommunion gebracht hatte, von der NKWD ermordet. Im Jahr 2001 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.

Quellen zu Mykola Konrad:

– Ukrainische katholische Kirche der Heiligen Petrus und Paulus. (2023). Die neuen Märtyrer der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche.

– (englisch) Wikipedia. (2023). Mykola Konrad.