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Opas Tagebuch über seine Kriegsgefangenschaft nach dem ersten Weltkrieg

Als Enkeln von Johann Eberstaller sind wir im Besitz seines bemerkenswertes  handgeschriebenen Tagebuchs über die Zeit seiner Kriegsgefangenschaft in Italien nach dem ersten Weltkrieg. Das Tagebuch ist schwer zu entziffern, aber es gibt einen  Einblick in  die unmittelbare Zeit nach dem Waffenstillstand von Villa Giusti im November 1918.

Die ersten Seiten des Tagebuchs schildern – soweit ich sie bisher halbwegs lesen konnte – die Ereignisse zwischen dem 3. und 9. November 1918.

Der Marsch der österreichischen Kriegsgefangenen

Am 3. November erfährt mein Großvater vom Waffenstillstand und spürt die Erleichterung seiner Kameraden. 

Der Schicksalstag

Am 4. November, als sie versuchen, über die Mendel nach Bozen zu gelangen, werden sie von italienischen Truppen entwaffnet und zu Kriegsgefangenen erklärt. 

Darüber schreibt er (Leider konnten meine Helfer und  ich nicht alles lesen):

4. November 1918.

Um 5h früh brechen wir, über die Mendel nach Bozen zu gelangen auf. Auf der Serpentinenstraße über die Mendel stehen bereits Fuhrwerke herrenlos voll  Proviant, der vom G?    das ohnedies den Truppen nicht grün ist weggeschleppt. Es trifft etwas ein was  wir uns  in unseren freudigen Herzen nicht hätten träumen lassen               ?  hatten.       wir voll Truppen, die vorher an uns ohne  irgendwelche  Verfügung an  uns vorüberritten entwaffnet und  zur Umkehr     gezwungen.   Alle ?  erklären, dass kein      Waffenstillstand ist. Wir sind also  schmählich betrogen worden und sind von nun(?) Kriegsgefangene.       

und das Los der Gefangenenschaft auf  weiß Gott  wie lange Zeit zu tragen. Sprachlos, zum Teil auch persönlichen Eigentums beraubt,wandern wir über die Mendel hinunter und nächtigen nach abgegkriegtem   Rasten  in  einem Gasthause  in Mostizzolo.          

Viele ital. Truppen sehen wir nicht. Zum Glück haben wir etwas Proviant gerichtet, um  an diesem Tage nicht hungern zu müssen

Ich habe das Tagebuch auf der Universität scannen lassen. Wen es interessiert, der kann es hier anschauen und herunterladen.  Vielleicht kann jemand helfen, es zu entziffern.  Meinen Versuch, es mit Transkribus hinzubekommen, betrachte ich als gescheitert.  Inzwischen bin ich wieder zur altmodischen Methode gewechselt.

Es sind noch rund 40 weitere Seiten des Tagebuchs zu entziffern, die sicher noch  weitere Details über die Erlebnisse meines Großvaters und seiner Kameraden während ihrer Gefangenschaft offenbaren.