Zum Inhalt springen

Keine reine Erfolgsgeschichte

Ahnenforschung ist ein faszinierendes Thema, das mich ebenso wie viele andere in seinen Bann gezogen hat. Es geht mir dabei nicht nur darum, die Familiengeschichte zu erforschen, sondern auch um das Kennenlernen historischer Zusammenhänge und der Geografie der Länder der Habsburgermonarchie. Dabei gab es immer wieder Herausforderungen und Schwierigkeiten.

Meine persönliche Motivation zur Ahnenforschung entstand aus einer Mischung aus Neugierde und dem Wunsch, Lücken in meiner Familiengeschichte zu schließen. Ich hatte in meiner Jugend schon einiges über meine Vorfahren erfahren, was ich aber im Laufe der Zeit vergessen hatte. Als ich mich später wieder damit beschäftigen wollte, waren viele meiner Verwandten bereits verstorben, und ich konnte sie nicht mehr nach ihren Erinnerungen fragen und vieles ging verloren.

Mein erster Schritt war das Studium der Ahnenpässe meiner Eltern aus der Nazizeit. Darin waren viele Informationen über meine Vorfahren enthalten. Jahre später entdeckte ich, dass das Archiv in Leitmeritz in Tschechien Kirchenbücher online gestellt hatte, die mir weitere Erkenntnisse lieferten. Auch familysearch, die Familienforscherseite der Mormonen bot viele Kirchenbücher online an.

Allerdings gab es auch viele Rückschläge und Hindernisse auf meinem Weg. Nicht alle Kirchenbücher waren online verfügbar, und ich hatte Schwierigkeiten, die Schriften in den Büchern zu entziffern. Zudem waren meine Vorfahren häufig Jäger und Förster, die ständig das Revier wechselten, was es schwer machte, herauszufinden, wo ich suchen musste. Ich hatte auch keine Kenntnisse der tschechischen Sprache, was mir zusätzlich Probleme bereitete. Auch dass die damaligen Orte ganz anders hießen, war nicht gerade erleichternd.

Wenn man auf Hindernisse stößt oder mit negativen Erkenntnissen konfrontiert wird, kann das emotional belastend sein. Ich war manchmal enttäuscht oder frustriert und legte immer wieder lange Pausen ein.

Anfangs übernahm ich auch unsichere Daten aus dem Internet, in der Hoffnung, sie später noch zu überprüfen. Wenn dann aber zu viel Zeit vergangen war, hatte ich vergessen, dass die Daten unsicher waren, und hielt sie für richtig. In solchen Fällen ärgerte ich mich über mich selbst.

Dennoch gab es auch viele positive Erlebnisse und Erkenntnisse, die ich bei der Ahnenforschung gewonnen habe. Ich lernte aus Fehlern und erfuhr einiges über meine Vorfahren. Leider sind das meiste nur bloße Registerdaten, aus denen sich kaum etwas aus den näheren Lebensumständen herauslesen lässt. ch denke, dass die Ahnenforschung mir half, unsere eigene Herkunft zu verstehen und ein tieferes Verständnis für die historischen Zusammenhänge zu erlangen.

Persönliches ergibt sich aus wenigen Briefen, die der Taufpate meines Großvaters an seinen Bruder Vinzenz aber auch an seinen Großvater schrieb. Einen Ausschnitt davon können Sie in dem ihm gewidmeten Beitrag lesen.