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Kriegs- und Hungerjahre im 18. Jahrhundert

Der Siebenjährige Krieg

Der Siebenjährige Krieg, der zwischen 1756 und 1763 in Europa und Nordamerika tobte, hatte weitreichende Folgen für die Regionen Sachsen und Böhmen. Diese Gebiete waren intensiv in den Krieg involviert und erlebten schwere Gefechte, Zerstörung und Verwüstung. Der Krieg begann mit dem Einmarsch der preußischen Truppen in Sachsen im Jahr 1756, wodurch zahlreiche Städte, darunter Dresden, erobert und viele Gebäude und Infrastrukturen zerstört wurden. Dies führte zu enormem Leid und Verlust für die lokale Bevölkerung.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges waren ebenfalls spürbar, insbesondere in der Landwirtschaft, die für die Menschen in Sachsen und Böhmen von grundlegender Bedeutung war. Die Regierungen mussten hohe Schulden aufnehmen, um den Krieg zu finanzieren, und erhöhten die Steuern, um diese Schulden zurückzuzahlen. Viele Menschen konnten sich jedoch die erhöhten Steuern nicht leisten, was zu finanziellen Schwierigkeiten und sozialen Unruhen führte.

Trotz der negativen Auswirkungen des Krieges gab es auch positive Veränderungen in Sachsen und Böhmen. Durch die Einführung neuer Technologien und Innovationen sowie die Entstehung neuer Handelsbeziehungen kam es zu einer Modernisierung in den Bereichen Landwirtschaft, Bergbau und Manufaktur.

Die Hungerjahre 1770-1772: Eine der schwersten Hungerkrisen in der europäischen Geschichte

Die Hungerjahre von 1770 bis 1772 markieren eine der verheerendsten Hungerkrisen in der Geschichte Europas. Diese Krise wurde durch eine Kombination aus klimatischen Bedingungen, Wirtschaftsfaktoren und politischen Entscheidungen verursacht und hatte Auswirkungen auf große Teile Europas. Eine lange Dürreperiode führte zu massiven Ernteausfällen, was wiederum die Getreidepreise in die Höhe trieb und für viele Menschen unerschwinglich machte.

Besonders hart traf es die ländlichen Gebiete, in denen die Menschen von der Landwirtschaft abhängig waren. Die Krise führte zu massiver Unterernährung und Hungertod. Aber auch die städtische Bevölkerung war betroffen, da steigende Lebensmittelpreise zu sozialen Unruhen, Protesten und Plünderungen führten.

Die Regierungen bemühten sich, die Krise durch Getreideimporte und andere Maßnahmen zu bewältigen, doch die Erfolge waren begrenzt. In einigen Fällen verschärften politische und wirtschaftliche Faktoren die Krise, wie zum Beispiel in Frankreich, wo trotz der Hungersnot Getreideexporte fortgesetzt und Importe eingeschränkt wurden.

Insgesamt wird geschätzt, dass während der Hungerjahre 1770-1772 mehrere Millionen Menschen in Europa an Unterernährung und damit verbundenen Krankheiten starben. Diese Krise führte auch zu langfristigen Auswirkungen auf die europäische Gesellschaft, wie zum Beispiel dem Beginn der Industrialisierung und der Veränderung der Landwirtschaft.

Die Hungerjahre 1770-1772 sind ein schmerzhaftes Beispiel für die katastrophalen Auswirkungen, die Naturkatastrophen und politische Entscheidungen auf die Bevölkerung haben können. Es ist wichtig, aus der Vergangenheit zu lernen und Maßnahmen zu ergreifen, um Hungerkrisen in der Zukunft zu verhindern.

Dazu gehört die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft, die Anpassung an den Klimawandel und die Verbesserung der Ernährungssicherheit. Internationale Zusammenarbeit und die Umsetzung von politischen Strategien, die das Wohlergehen der Menschen in den Mittelpunkt stellen, sind ebenfalls von entscheidender Bedeutung.

Und was hat das speziell mit unseren Vorfahren zu tun?

Jene von ihnen, die in der damaligen Zeit lebten, waren natürlich auch Leidtragende dieser Umstände. Dass Johanna Sophia Pilz im Jahre 1772 im Alter von nur 29 Jahren in Kallich starb, könnte auch mit dieser Hungersnot zu tun gehabt haben, ebenso der Umstand, dass sie mit ihrer Familie um diese Zeit herum von Sachsen nach Böhmen zog. Die wahren Gründe werden wir wohl nicht mehr erfahren.