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Abraham Pilz aus Olbernhau

Saigerhütte in Olbernhau (UNESCO Welterbe)

Der älteste bekannte Pilz-Vorfahre, geboren um 1590 

Im Ahnenpass meines Vaters war Friedrich August Pilz (1761-1832) sein ältester Vorfahr. Von diesem war bekannt, dass er am 08.01.1788 in Kallich (Böhmen)im Alter von 24 Jahren die 18-jährige Maria Theresia REICHL, geb. am 02.04.1769, heiratete. Aber wo wurde er geboren und wer waren seine Eltern?

Die Suche nach seinen Vorfahren:

Ich war mir lange schon sicher, dass Friedrich August Pilz (auch Bilz) zwischen 1761 und 1764 irgendwo in Sachsen geboren wurde. Dafür sprachen folgende Indizien:

  • Kallich liegt direkt an der Grenze zu Sachsen
  • weder in Kallich noch in den angrenzenden Orten in Böhmen fand ich die Geburt von Friedrich August Pilz
  • der Vorname Friedrich August war in Böhmen unüblich, in Sachsen aber häufig
  • im Sterberegister von Kallich findet sich am 11.5.1772 die Eintragung, dass eine Johanna Sophia Bilz, im Alter von 28 Jahren dort verstorben ist. Sie müsste daher 1744 geboren sein. Sie war die Ehefrau des Tagelöhners Karl Gottlob Biltz und „von der lutherischen Sekte zum wahren Glauben übergetreten“. Da der Name Pilz/Bil(t)z während des in Frage kommenden Zeitraums sonst in Kallich nicht vorzukommen scheint, war es möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass die Genannten die Eltern des Friedrich August Pilz sind. Der Umstand, dass Johanna Sophia ursprünglich lutherischen Glaubens war, weist wiederum nach Sachsen.
  • interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass in dem Haus, in dem Johanna Sophia Biltz am 11.5.1772 starb, nämlich Kallich Nr. 45, sieben Tage vorher, also am 4.5.1772, eine Euler geb. Fasel(t) Anna Maria starb, die am 14 03 1700 in Ruebenau, Sachsen geboren wurde
  • irgendwann wurde dann auf der Familienforscherseite der Mormonen die Geburt des Friedrich August Pilz in Sachsen hinzugefügt. Diese Eintragung enthielt auch seine Eltern Carl Gottlob und Johanna Sophia,
  • ein Familienforscher hat in Dresden in meinem Auftrag kürzlich die Richtigkeit dieser Eintragungen auf der Mormonenseite überprüft und bestätigt. Im Landeskirchlichen Archiv Dresden fand er Eintragungen, die belegen, dass am 29. August 1761 in Rothenthal, Kirchengemeinde Olbernhau in Sachsen, ein gewisser August Friedrich Bilz geboren wurde. Seine Eltern sind Carl Gottlob und Johanna Sophia Pilz, geborene Schuberth. Ein Jahr später, am 6. November 1762, wurde der zweite Sohn der Familie, Carl Friedrich, geboren. Danach gibt es in den Kirchenbüchern Olbernhau keine weiteren Einträge über diese Familie. Weder Taufen, noch weitere Kinder, noch Sterbeeinträge oder Trauungen der Söhne sind verzeichnet. Es gibt auch keine Bestattungseinträge für Carl Gottlob und Johanna Sophia. Es scheint, dass die Familie Olbernhau irgendwann nach 1762 verlassen hat.
  • das Geburtsjahr von Johanna Sophia Pilz errechnet sich nach dem Sterbeeintrag mit 1744. Dass nun ihre Geburt 1743 gefunden wurde, passt auch (zumindest ungefähr, so genau nahm man es damals bei Altersangaben im Sterberegister nicht)
  • das erhärtet die Annahme, dass es sich hiebei um unsere Vorfahren handelt.

Wenn sich nun diese Eintragungen bei den Mormonen als richtig herausstellten, kann man berechtigterweise davon ausgehen, dass auch die weiteren dort angeführten Vorfahren richtig sind. Nach diesen kann die Reihe unserer Vorfahren bis zu einem Abraham PILZ, geb. um 1590 in Olbernhau zurückverfolgt werden. Dieser heiratete am 14.11.1614 eine Maria HENGST, geb. 05.05.1594 in Olbernhau, Die beiden hatten sieben Kinder: Johannes PILZ, geb. 04.11.1615, Michael PILZ, geb. 13.07.1617, Justina PILZ, geb. 30.07.1620, Samuel PILZ, geb.01.04.1622, Maria PILZ, geb. 01.08.1624, Sybilla PILZ, geb. 09.09.1626 und Margaretha PILZ, geb. 03.09.1628. Michael Pilz ist auch ein Vorfahre.

Warum die Familie nach Böhmen wechselte:

Darüber kann nur spekuliert werden. Es ist aber bekannt, dass es 1770-1772 Hungerjahre gab. Vielleicht erhofften sich unsere Vorfahren in Böhmen bessere Bedingungen.

Kuriose Namensgleichheit und gleicher Beruf im Nachbarort:

Rübenau

Die Ortszentren von Kallich und Rübenau liegen nur 3-4 km voneinander entfernt, Kallich auf der böhmischen und Rübenau auf der sächsischen Seite des Erzgebirges.

Im Juli 1847 ist in Rübenau der in Freiberg für das Schulfach ausgebildete Schulamtskandidat FRIEDRICH AUGUST BILZ aus Stein bei Burgstädt als Hilfslehrer angestellt worden.

Wird aber eher wohl nur Zufall sein und zeigt auch die Häufigkeit sowohl der Vornamen als auch des Familiennamens in Sachsen.

Neuigkeiten:

Dieser Beitrag muss wohl umgeschrieben werden

Zuletzt fand sich – ebenfalls auf der Seite von FamilySearch – die Geburt eines Abraham Piltz am 27.8.1591 in Dörnthal. Dieser könnte unser gleichnamiger Ahne sein.  Wenn das der Fall wäre,  ließe sich unsere Ahnenreihe noch bis zu dessen Vater Jobst Piltz (Namensvarianten: Joseph Bueltz) weiterverfolgen, der nach diesem Hinweis um 1539 in Dörnthal geboren worden sein soll.  Dessen Frau war Margaretha Teuffel. Dörnthal ist heute ein Teil von Olbernhau. 

Ich gehe im Hinblick darauf, dass die Angaben über die Piltz im Gebiet von Olbernhau sich, soweit sie geprüft wurden, als zutreffend herausgestellt haben, derzeit also davon aus, dass sich die Pilz Vorfahren tatsächlich bis zu

Jobst Piltz, geboren um 1539 in Dörnthal

zurückverfolgen lassen.  Eine Überprüfung dieser Vermutung im Landeskirchlichen Archiv in Dresden wird aber unbedingt erforderlich sein.