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Ein Förster in Slawonien

Alois Pilz (1834-1894) war der Sohn von Vinzenz Pilz (1811-1879) und Marie Bechinie. Sein genauer Geburtsort ist unbekannt, aber von  seinem  Grab  in der Nähe von Vukovar, Kroatien, gibt es ein Foto. Auf dem Grabstein steht der Name Vjekoslav Pilz, und ein Foto des Grabes bestätigt seine Geburts- und Sterbedaten. Der Grabstein gibt auch Hinweise auf seinen Beruf als Oberförster (vlastel šumar) und ist zweisprachig, in Deutsch und Serbisch (Kyrillisch) beschriftet.

Alois hatte einen Bruder namens Vinzenz (1830-1883) und zwei mögliche Schwestern, Christine und Maria. Interessanterweise waren ihre Eltern Vinzenz Pilz und Marie Bechinie nicht verheiratet, hatten aber vier gemeinsame Kinder. In dieser Zeit war es zwar üblich, dass unverheiratete Eltern später heirateten, um ihre Kinder zu legitimieren, aber das geschah in diesem Fall nicht. Der Vater der Kinder, Vinzenz Pilz, heiratete später zwei weitere Male.

Ich habe  keine Registereinträge über Alois gefunden, aber er  wird im Taufregister unseres  Großvaters als Oberförster und Pate erwähnt.

Einblicke in die ungewöhnlichen Familienverhältnisse ergeben sich aus Briefen, die Alois Pilz an seinen Bruder Vinzenz und Großvater Vinzenz Franz schrieb. Durch diese Dokumente konnte ein Teil der Familiengeschichte rekonstruiert werden, obwohl Alois Pilz sonst in Kirchenbüchern nicht auftaucht.

 Alois’ berufliche Laufbahn als Förster führte ihn an verschiedene Orte in Slawonien, heute Kroatien. 1858 lebte er in Badljevina, Požeško-Slavonska, 1870 in Ivanovo Polje (Johannisfeld, Johannesfeld, Johanisdorf), Bjelovar-Bilagora. Er arbeitete auch in Negoslavci, Vukovar. In Kroatien änderte er seinen Vornamen auf Vjekoslav.

Hier ein Auszug eines Briefes an den Großvater:

Geehrtester Großvater! Ihre beiden letzten Briefe erhielt ich, und kann nicht hinreichende Worte des Dankes für Ihre gütige Besorgniß um meine Existenz finden. Gott sei Dank ich lebe, wurde ja doch seit jener Zeit, wo ich Ihnen das letzte Geld für die Gewehre schickte, oft von Krankheiten welche stets Folgen des bösartigen Fiebers waren schwer heimgesucht; ja es ging mit mir schon so weit daß ich gänzlich alle Lebenslust verlor und gegen jedes Gefühl abgestumpft wurde, selbst fing ich auch schon an zu bereuen in diese, für mich so viel Unheil bringende Gegend gekommen zu sein. Meine Krankheiten haben mich nicht nur körperlich geschwächt und meine Tasche geleert son= auch einen wesentlichen Einfluß auf meine Zukunft gemacht.

 

Die Nachforschungen zur ungewöhnlichen Familiengeschichte von Alois Vjekoslav Pilz zeigen, wie wichtig es ist, verschiedene Quellen und Dokumente zu untersuchen, um ein vollständiges Bild unserer Vorfahren und ihrer Lebensumstände zu erhalten. Es zeigt auch, dass Ahnenforschung nicht nur ein interessantes Hobby ist, sondern auch ein Schlüssel zum Verständnis unserer Familiengeschichte und unserer eigenen Identität.