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Chaotisches Sammelsurium

Unordentlicher Schreibtisch

Dieser Beitrag hat keinen Schwerpunkt; hier sollen Gedanken, Ideen, Einfälle, Nutzloses und Nützliches bunt gemischt festgehalten festgehalten werden

Ich kenne eine Kollegin,
die ihren Stammbaum zurückverfolgen
kann bis zu jenen Ahnen,
die noch auf ihm lebten.

Robert Lembke (1913-1989)

Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit III. Akt 23. Szene

Hauptquartier.

Erzherzog Friedrich (ablesend): – Und so – schließe ich mit den Worten: Seine Majestät unser Oberster Kriegsherr lebe hoch hoch – (umblätternd) hoch. (Hochrufe. Nach einer Pause, in welcher er, feixend und die Zähne bleckend, die vor ihm stehende Reihe junger Offiziere mustert, an deren einem sein Blick haften bleibt) Ah – das is – der Buquoy! Der – hat schon – eine Auszeichnung! (Nach einer Pause, in der sein Blick weitergeht, um an einem andern haften zu bleiben) Und – das da – is auch – ein Buquoy! Der – hat auch eine Auszeichnung! (Pause des Nachdenkens) Jetzt – ham – zwei Buquoys – eine Auszeichnung!

Der Adjutant (geht auf den Armeeoberkommandanten zu und meldet): Kaiserliche Hoheit, der Rektor der Wiener Universität mit dem Dekan und Prodekan der philosophischen Fakultät warten untertänigst auf die Erlaubnis, Euer kaiserlichen Hoheit das Ehrendoktorat der philosophischen Fakultät verleihen zu dürfen.

Die Buquoys, die in dieser Szene der (möglicherweise zu Unrecht) als vertrottelt gezeichnete Erzherzog Friedrich erkennt, bevor er das Ehrendoktorat der philosophischen Fakultät erhält, waren im 19. Jhd. Dienstgeber unserer Förster-Vorfahren in Kallich und Umgebung.

  • Kalkofen: Auf einigen Fotos unseres Vaters steht dieser Ort. Es muss in Schmiedeberg/Böhmen gewesen sein und ist auf den alten Karten dort auch zu finden. Siehe hier!
  • Der Tod ging damals ein und aus: Franziska Pilz, geb. Gahler hat in einem Jahr eine Kind und ihren Mann Vinzenz verloren und war beim Tode des Mannes schwanger.
  • Wir suchen in der Ahnenforschung nach Daten in Archiven, weil das noch jenes ist, was von den Vorfahren vorhanden ist; daraus kann man nicht viel entnehmen; alles Persönliche ging verloren, und das ist schade, es wäre interessant zu wissen, wie sie lebten
  • Unsere Cousine Helga, die Tochter unseres Onkel Erhard aus Kainisch, weiß vieles, was uns nicht bekannt war, wie
    • Unsere Väter fuhren in den Ferien zu ihren Verwandten nach Schmiedeberg. Da sollten sie von einem Verwandten am Bahnhof in Prag abgeholt werden. Dieser verspätete sich, weil er noch einen Termin in einem Bordell wahrnehmen musste
    • Es gibt Fotos aus 1926 auf denen die Brüder mit Cousins und Cousinen in Kalkofen zu sehen sind; offensichtlich Kalkofen in oder bei Schmiedeberg
  • Die Grafen Revertera:

Bei diesen diente unser Großvater Alois J. Pilz. Sie haben u.a. ein Schloss in Helfenberg im Mühlviertel und das Schloss Aigen in Salzburg. In Helfenberg arbeitete Opa, in seiner Pension kam er nach Aigen.

Als ich jetzt in Wikipedia las, dass Peter Revertera Salandra, der Dienstgeber des Großvaters, bei der Heimwehr war und damit natürlich für die Nationalsozialisten als Gegner galt, fiel mir folgendes ein: Wie aus dem Pensionsschreiben hervorgeht, war Opa in der Pension   mit der Beaufsichtigung des Gutes Aigen betraut worden. Da dessen Eigentümer bei den Machthabern in Ungnade gefallen war, trat Opa im wirtschaftlichen Interesse seines Grafen, der NSDAP bei, um sich mit ihnen gutzustellen.

Eine Gräfin Revertera war eine geborene Aldobrandini. Das Wappen dieser Familie ziert eine Blechschatulle, in der unser Vater private Erinnerungsstücke aufbewahrte.

 

Altertümliche Bezeichnungen:

  •  “Gewach” ist weder ein Name noch ein tschechisches Wort. Es ist auch kein böhmischen Dorf, obwohl ein Stammbaum der Bechinie von Lazan  mit “Gewach z Lazan, na Bechyni” beginnt.  “Gewach, das ” kommt vielmehr aus dem mittelhochdeutschen  und bedeutetet ›Erwähnung, Meldung‹; Danach musste ich länger suchen und ich finde, Sie sollten das auch wissen.
  • “Flusssieder”: diese Berufsbezeichnung ist mir bei der Suche nach unseren jüdischen Wurzeln aufgefallen. Dass ein direkter Vorfahre diesem Beruf nachgegangen wäre, konnte ich nicht erheben. Laut Wikipedia

    war es ein ehemaliger Beruf in der Glasindustrie. Ein Flusssieder übernahm vom Aschenbrenner gewöhnliche Holzasche, laugte mit Wasser ihre Bestandteile heraus und dickte diese zu Pottasche (chemisch: Kaliumcarbonat) ein. Pottasche ist ein weißes Pulver, das noch heute der Glasschmelze als Flussmittel beigesetzt wird.

  • Rabula: Diese Bezeichnung wird im Taufregister von Amschelberg (Kosova Hora) regelmäßig den Namen von  Taufzeugen vorangestellt. In Kirchenlatein Webseiten habe ich diesen Ausdruck nicht gefunden. Laut PONS Lateinwörterbuch bedeutet er Phrasendrescher, Rechtsverdreher, “Haarspalter”; In Wikipedia steht: Rabulistik” (von lateinisch rabere ‚toben‘, über rabula ‚marktschreierischer Advokat‘) ist ein abwertender Begriff in der Bildungssprache für rhetorische „Spitzfindigkeiten“ oder „Wortklauberei“. Als Rabulist wird laut Duden jemand bezeichnet, der in „spitzfindiger, kleinlicher, rechthaberischer Weise argumentiert und dabei oft den wahren Sachverhalt verdreht.”  Ich vermute, dass Rabula im Zusammenhang mit den Registereintragungen wohl  etwas ähnliches wie  “Amtszeuge” bedeuten könnte.

Völkerkarte Österreich-Ungarn

Es ist ganz interessant,  wo sich damals überall deutschsprachige Gebiete befanden.